Editorial Archivar Jürg Albers 2022
- Von ursprünglich einem Windmast auf dem Lindenberg waren von 10 – 11 Windmasten die Rede. Nun von 5 oder mehr. Nur einer davon soll derzeit auf Luzerner Boden zu stehen kommen. Der BR schreibt aber verbindlich mindestens 3 Windräder vor.
- Alle sprechen von Nabenhöhen und Rotorenblättergrössen, nicht aber von Zufahrten und Fundationen und auch nicht davon, dass der Wind nicht immer und häufig viel zu wenig oder dann zu stark bläst. Der heutige Wirkungsgrad ist gesamtschweizerisch bescheiden und nur mit KEV „rentabel“ für die einen. Die Anderen, die Strombezüger zahlen die Zeche für diese Fehlinvestitionen, die es ohne KEV gar nie geben würde.
- Zitat Herbert Birrer; Ich weiss nicht, ob ich mir das nochmals antue. Man kann die Windräder wieder abbauen. Danach wird man nichts mehr sehen.
Kommentar: Wer baut sie ab? Recycling ist weitgehend ungelöst. Die Kostenfolgen ebenfalls. - Widersprüchliche Kosten-/Nutzenzahlen
Das CKW hatte (2012) sechs Luzerner Projekte für erneuerbare Energie in Planung. Investitionsvolumen Fr. 125 Mio., Strom für 17'000 Haushalte.
Ein Teil des Gewinns (!?) soll an die Gemeinden gehen. Sollte es einen Subventionsgewinn geben, stammt der von den Steuerzahlern, die deutlich mehr für den Strom bezahlen müssen.
10 Windräder sollen Strom für 15'000 Haushalte auf dem Lindenberg liefern. Es sind Kosten von bis zu 70 Mio. Franken geplant. Auf der Rengg soll das grösste Windrad der Zentralschweiz (nur) Energie für 600 Haushalte liefern.
Ohne KEV würden gar keine Windkraftanlagen gebaut. Die KEV vergütet die Differenz zwischen Marktpreis und Gestehungskosten. Mit anderen Worten ist die Energieversorgung mit Windanlagen in der Schweiz bei kaufmännischer Kalkulation und ohne KEV stets defizitär. - Unklare Voraussetzungen für Wind-Kraftanlagen.
Während es eigentlich eine Windgeschwindigkeit von mehr als 6,5 m/sek. braucht, bläst der Wind auf dem Lindenberg offenbar mit 5,2 m/sek. Trotzdem soll gebaut werden. In anderen Ländern wäre das ein Schwachwindgebiet, es würde nie gebaut.
Ferner ist der Lindenberg nicht auf der aktuellen Windkarte des Bundesrates. Die Windkarte von 2016 als Basis für die Volksabstimmung wurde vom Netz genommen. Dort war der Lindenberg noch als Schwachwindgebiet aufgeführt. - Solide Trägerschaft?
Der Investor Ennova hat von der Genfer SIG 46 Mio. CHF erhalten, ohne dass bisher eine Megawattstunde Energie erzeugt wurde. Ennova war auch im Lindenberg-Projekt initial als Investor beteiligt! Nun abgelöst durch die SIG, einer Firma aus Genf! Wie, warum? Wer hat nun die Betriebsbewilligung? - Blinder Aktivismus mit einem 100%igen Atomausstieg in der Schweiz und in Deutschland. Die weltweiten Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache und die Planung der 3. und 4. AKW-Generation wird von der Schweizer Politik, der Forschung und Industrie verpasst.
Nach 2050 will die Schweiz mehr Atomstrom aus dem Ausland importieren, als sie jetzt produziert! Das ist eine Florianspolitik wie auch die Endlagerfrage. Politik und Medien haben den Atomstrom in der Bevölkerung seit Jahrzehnten verteufelt. Die Schweiz verliert wissenschaftlich und technisch seine AKW-Kompetenz.
Ende 2021 waren weltweit 442 Reaktoren in 32 Ländern im Einsatz, die 10% des weltweiten Strombedarfs CO2-frei deckten. Derzeit befinden sich 52 Reaktoren im Bau. Frankreich plant bis 2050 6-12 weitere Reaktoren und könnte damit zum wichtigsten Stromexporteur Europas werden. - Wasserkraftwerke, sie decken aktuell rund 60% des Bedarfs in der Schweiz, können nicht leistungsfähiger gemacht werden (z.B. durch Mauererhöhungen, Rückführungen), geplante Kleinkraft-werke können wegen Einsprachen und aus politischen, bürokratischen Gründen nicht realisiert werden und der aus dem Ausland subventionierte Billigstrom macht die gesamte Stromproduktion in der Schweiz zur Illusion und führt zu gefährlichen Abhängigkeiten.
- Die Energiewende in Deutschland ist unser Vorbild, in Tat und Wahrheit ein großer Rückschritt in Sachen Ökonomie und Ökologie.
Die Energiewende in Deutschland steht auf zwei Säulen: Erstens wird Deutschland bis Ende 2022 alle AKWs abstellen und zurückbauen und zweitens die erneuerbaren Energien (Wind, Photovoltaik) massiv ausbauen. Die Zukunft der Energieproduktion soll in Deutschland zu 100 % erneuerbar und damit ökologisch werden. Dazwischen will man sich mit neuen Gaskraftwerken behelfen.
Bis dato verfehlt die Energiewende in Deutschland ihre Ziel mehr als deutlich. Der Ausfall der Kernenergie wird primär durch Stein- und vor allem Braunkohlekraftwerke kompensiert. Über 50% des produzierten Stroms stammen aus fossilen Energieträgern – Tendenz mit jeder weiteren Abschaltung eines Kraftwerks weiter zunehmend. Die Braunkohle hatte 2013 einen Anteil von 26%, das entspricht einer größeren Menge als alle erneuerbaren Energien (23,4%) zusammen. Mit ein Grund für den Boom der Braunkohle sind die tiefen Preise für CO2-Zertifikate. Die Kohleproduktion soll bis 2038, nach dem Willen der Grünen bereits 2031 auch eingestellt werden. Trotzdem wurde 2020 ein neues Kohlekraftwerk (Datteln 4) in NRW in Betrieb genommen!!!
Woher der Strom für die ab 2030 vorgeschriebenen E-Autos? Was mit den bisherigen Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen, inklusive den Hybriden? Wer trägt die Milliarden-Verluste deren Besitzer. Diese Fahrzeuge können praktisch nicht mehr eingetauscht oder weiterverkauft werden. Aus den benachbarten Ländern mit funktionierenden und neu gebauten AKW’s kann der fehlende Strom eventuell bezogen werden. Diese diktieren dann den Preis. Was für eine gefährliche Abhängigkeit!
Die Zeche bezahlen einmal mehr die Endkonsumenten. Während sie Ende 2000 für eine Kilowattstunde Strom noch 14 Cent zahlen mussten, kostete diese Ende 2013 bereits 28,5 Cent, 2019 32,8 Cent und aktuell 40,1 Cent! Damit hatte 2018 Deutschland hinter Ruanda,Mali und Burkina Faso den weltweit höchsten Strompreis! (Statistica.com, 2019, Prof.Varnholt)
So schlittert Deutschland mit den künftig anstehenden immensen Kosten für den Netzausbau, die Energiespeicherung, den Rückbau der AKWs und der Kohlenflöze und der Bereitstellung von Gaskraftwerken in ein immer größeres Desaster, welches die Ärmsten und die Wirtschaft am meisten treffen. Dank gekauften CO2-Zertifikaten und bescheidenen Einmalzahlungen an jeden Haushalt werden die aktuellen Probleme kaschiert. Und die Schweiz lernt nichts von diesem Destaster in Deutschland und ist aktuell nur dank der Wasserkraft noch nicht so betroffen. - Das Zwei-Grad-Ziel sind eine Illusion, die Welt wird manipuliert und instrumentalisiert mit dieser kindlichen und militanten Klimahysterie. Es wird vergessen, dass die letzte Eiszeit „erst“ vor 10‘000 Jahren war.
Sollte eine 1,5 Grad-Reduktion erreicht werden, ändert sich klimatisch gar nichts. Ergo muss die Schraube weiter angezogen werden. Wir müssen immer mehr und dürfen immer weniger. Dies mit einer ständigen, weltweiten Zunahme und Überalterung der Bevölkerung die mit ihrer Präsenz auf unserer Erde die eigentliche Ursache der Klimaerwärmung sind.
Es gibt Handlungsbedarf, aber nicht so!
Niemand spricht vom Stromsparen und vom Mehrstromverbrauch.
- weit über 600'000 E-Bikes, immer mehr reine E-Autos (2021 70'000, ca. 1,5% MA), nun auch noch E-Trotinetts.
- 15% des Strombedarfs soll in den industrialisierten Ländern auf den Gebrauch von PC, Tablets, Laptops, Handys, TV, Radio, Stand by-Geräten etc. gehen. Das unter dem Titel „social media“. Was ist da sozial?
- Ständig überdurchschnittlichen Zuwachs an Einwohnern in der Schweiz.
- Zwang, ständig mehr zu produzieren, zu leisten, zu verdienen.
- Schlösser, Denkmäler, Kirchen werden teilweise die ganze Nacht durch beleuchtet. Ebenfalls schwach frequentierte Strassen. Hat sich schon nur ein Politiker stark gemacht, auf überdimensionierte Weihnachts-beleuchtungen zu verzichten?
- Die Auflistungen von weiteren Sparpotentialen und politische Flops würden viele Seiten füllen. Anderseits verteuert Stromsparen den Strompreis stark, denn das Stromnetz und dessen Unterhalt kostet immer gleich, bzw. anteilmäßig immer mehr, wenn weniger Strom verkauft werden kann.
Also sind unsere Stromlieferanten nicht am Stromsparen interessiert. - Auf die Verschandelung der Natur, die Verletzung und Tötung von fliegenden Tieren, Infraschall, Propellerlärm und Schlagschatten, die Propellervereisung und auf die Abwertung von anstoßenden Immobilien und ganzen Gemeinden gehe ich hier nicht ein.
- Windparks spalten auch die Bewohner der Region auf Jahrzehnte, Streit ist vorprogrammiert. Die Gegner sind die Verlierer, die Befürworter die fragwürdigen Gewinner. Ein Zurück kostet enorm viel Geld.
Die Rechnung werden ohnehin die Nachkommen bezahlen müssen. Bewohner/innen in Dörfern wie Beinwil im Freiamt und Müswangen werden auf Jahrzehnte zerstritten sein, wenn die WKA auf dem Lindenberg gebaut und in Betrieb ist.
Die UVP-Recherchen von AEW/CKW und SIG mit von ihnen organisierten und bezahlten Begleitgruppensitzungen und Steuerungsgruppensitzungen verkommt zur Farce, denn das Resultat stand von Beginn an fest, ohne fundierte Einwände und Kritik aus den Reihen der IG (vertreten durch A. Gloor) und Pro Lindenberg (vertreten durch H. Knaus u.a.) wurden die meisten Themen mangels Fachwissens mehrheitlich durchgewinkt. Die „geglätteten Protokolle (siehe www.windpark-lindenberg.ch) geben diese Tatsachen nicht wieder. Stellt sich noch die Frage, ob dieser UVP-Bericht auch für den Kanton Luzern gilt?
Wir sollten uns wenigstens beim Projekt Lindenberg auf das Wesentliche konzentrieren. Diese Planung und Realisierung mit allen juristischen Mitteln verhindern. U.a. auf die Grundwasserproblematik hinweisen, auf zu wenig Wind, auf die 10H-Regel in Bayern und die Tatsache, dass nur dank den Strombezügern und Steuerzahlern die massiven Subventionen ein Anreiz sind, solche Verlust-Projekte in der Schweiz anzugehen.
Dieses Projekt ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch absolut untragbar. Auf sinnvolle Alternativen, wie Förderung der Wasserkraft, der Solarenergie, der Biomasse und der Zentralen Energieversorgung (ZEV) mit heute bestehenden Infra-strukturen, wie Hausdächer und Jauchegruben wird gar nicht eingegangen. Auch das sind Ziele, wofür die IG und der Verein Pro Lindenberg kämpfen.
Mit der Lancierung der Gemeindeinitiative in Hitzkirch durch Pro Lindenberg und der IG wurden auch die Gegner bzw. Befürworter geweckt. 8 Initianten treten nun unter www.windenergie-lindenberg.ch auf. Es folgte die „IG Aufwind“, in der die politische Linke und Mitte an die Energiewende 2050 erinnerte. Der Gemeinderat Hitzkirch empfahl die Gemeindeinitiative zur Ablehnung. Politisch kann man diesen Entscheid nachvollziehen, sachlich nicht.
Auf die Gemeindeinitiative-Abstimmung vom 29.11.20 hin, flatterten Newsletter der Windpark Lindenberg AG ins Haus, auch von der „Energieschweiz“. Kantonale Wirtschaftsverbände wie NELU, neue Energie Aargau mit der kantonalen Dachorganisation AEE unterstützen die Nein-Stimmenden. So gesehen waren die 40,8% Ja-Stimmen ein bemerkenswert hohes Resultat für Pro Lindenberg und die IG.
Auf dieser Basis ist Pro Lindenberg und die IG zuversichtlich, dass wenn es um Umzonungen. Baugesuche und allfällige Prozesse geht, der Ja-Anteil der Windparkgegner auf dem Lindenberg über 50% sein wird.
Immer aktuelle und wesentlich tiefer gehende Informationen finden Sie unter
www.windpark-lindenberg-gegner.ch und www.prolindenberg.ch.
Müswangen, im April 2022 J.B.Albers
